St. Virgil war sein Lebenswerk.
Kaum ein Ort ist so eng mit seinem Namen verbunden, wie St. Virgil. Hans-Walter Vavrovsky trat 1983 in die Leitung von St. Virgil ein und prägte Bildung, Konferenz, Hotel Gastronomie und Kunstraum mehr als drei Jahrzehnte. Sein Kurs förderte das Wachstum von St. Virgil und war getragen von humanistischen Werthaltungen und Überzeugungen, unter anderem davon, dass Kirche ein Ort des Dialogs, der Bildung und der offenen Begegnung sein müsse.
Große Meilensteine in seiner Zeit als Rektor von St. Virgil waren die Entwicklung des zweiten Nächtigungsbetriebs, St. Rupert (1988/89) und die Initiierung der baulichen Erweiterung des Haupthauses St. Virgil in den 1990er Jahren mit Architekt Wilhelm Holzbauer.
Mit seinen langjährigen Leitungskollegen, Direktor Peter Braun, Verwalter Josef Fink und Wirtschaftsdirektor Reinhard Weinmüller leitete Hans-Walter Vavrovsky St. Virgil von 1983 bis 2016. Von 1985 bis 1991 war er zugleich auch Direktor von St. Virgil. Er hat neben dieser Aufgabe eine Vielzahl von Vertretungsaufgaben in der Erzdiözese und darüber hinaus wahrgenommen. In vielem bleibt auch heute seine Handschrift erkennbar.
Direktor Jakob Reichenberger: „Sein Wirken ist lebendig in dieser Salzburger Institution, die er geprägt hat, in den Menschen, die er gefördert hat, und in den Ideen, die er in die Welt getragen hat. Der Hans-Walter-Vavrovsky-Dialogpreis wird 2026 zum dritten Mal verliehen und ist auch Ausdruck seines Verständnisses dieser Welt.“ Der Aufbau der Hospizbewegung Salzburg, Akzente in der Ökumene und im interreligiösen Dialog, sowie unvergessliche St. Virgil Reisen sind wesentlich mit seinem Wirken verbunden. Sein seelsorgerisches Tun und auch sein Engagement in der Familienpastoral nahmen stets eine wichtige Rolle in seinem Alltag ein. Die regelmäßigen Familiengottesdienste in St. Virgil oder die Familienfreizeit am Obertauern wurden über Jahre von ihm gestaltet und geprägt
Ein Leben für Menschen, Kirche und Europa
Hans‑Walter Vavrovsky war ein Mensch des Wortes und der Tat, ein Brückenbauer zwischen Generationen, Konfessionen und Kulturen. Seine geistige Klarheit, sein Humor, seine Warmherzigkeit und sein Mut, Neues zu wagen, haben unzählige Personen geprägt. Er verstand es, Räume zu öffnen – architektonisch, spirituell und menschlich.
Wurzeln und Lebensstationen von Prälat Hans-Walter Vavrovsky
Hans-Walter Vavrovsky wurde am 21. August 1944 geboren. Er entstammte zwei traditionsreichen Salzburger Familien: Sein Vater war angesehener Rechtsanwalt und Vizebürgermeister der Stadt Salzburg, seine Mutter Teil der Bankiersfamilie Spängler, Tochter von Carl Spängler III. Diese Verwurzelung in Verantwortung, Bildung und Gemeinsinn prägte sein späteres Wirken tief. Seine theologische und philosophische Ausbildung führte ihn nach Innsbruck, Bonn und Münster, wo er Schüler von Josef Ratzinger, dem späteren Papst Benedikt XVI., wurde. Er empfing am 29. Juni 1968 die Priesterweihe im Dom zu Salzburg. Seine Primiz feierte er in der Wallfahrtsbasilika Maria Plain. 1968 wurde er zum Kooperator für Mayrhofen/Brandberg im Zillertal bestellt. Von 1973 bis 1983 war er als Pfarrer in der Pfarre Rattenberg tätig. Von 1983 bis 2016 wirkte er als Rektor des Bildungshauses St. Virgil. 1988 erfolgte der Ruf in das Konsistorium und in das Domkapitel zu Salzburg. 1992 folgte die Ernennung zum Diözesanbeauftragten für Europafragen, 1999 wurde er zum Kirchenrektor in Obertauern ernannt. Zwischen 2010 und 2015 fungierte er als Domdechant. Hans-Walter Vavrovsky engagierte sich in zahlreichen Gremien. Er war unter anderem im Vorstand der Hospiz-Bewegung und Gründungsmitglied von Pro Oriente Salzburg. Zudem gehörte er dem Schülerkreis von Papst Benedikt XVI an. Er war Mitglied des Lions Club Hohensalzburg und seit 2009 Ritter des Ordens vom Heiligen Grab zu Jerusalem. Hans-Walter Vavrovsky erhielt mehrere kirchliche und weltliche Auszeichnungen, unter anderem die Ehrenbürgerschaft der Stadt Rattenberg und das Goldene Ehrenzeichen des Landes Salzburg.
In großer Dankbarkeit
Mit Hans-Walter Vavrovsky verliert St. Virgil eine prägende Persönlichkeit. Sein Vermächtnis lebt in diesem Haus, in den Menschen, die er begleitet und gefördert hat, und in den Ideen, die er in die Welt getragen hat, weiter.
Seine Überzeugung, dass Bildung Menschen stärkt, Dialog verbindet und Gastfreundschaft Räume öffnet, wirkt in diesem Haus bis heute weiter. Vieles, was St. Virgil ausmacht, trägt seine Handschrift – in den Gebäuden, in den Ideen und vor allem in der Haltung, mit der Menschen hier einander begegnen.
Wir sind dankbar für sein Wirken, seine Weitsicht und seinen Mut, neue Wege zu gehen. Sein Lebenswerk bleibt lebendig.
Die Trauerpate finden Sie HIER.