Der Bau

St. Virgil ist ein anschauliches Beispiel für eine „kommunikative Architektur“(Achleitner), die Gestalt Ergebnis eines Prozesses, bei dem die im Konsens erarbeitete Bauaufgabe von Wilhelm Holzbauer in eine Form umgesetzt wurde, die nicht nur funktioniert, sondern die auch interpretiert, was in diesen Räumen geschieht. In mehrfacher Hinsicht handelt es sich hier um einen programmatischen Bau: den Typ eines Bildungshauses, der unterschiedliche Funktionen vereint, hat es vorher in der Geschichte der Architektur nicht gegeben. Wohl gab es „Volksbildungsheime“, diese wurden jedoch meist in adaptierten Gebäuden untergebracht. Mit der Entwicklung einer „Bildungsgesellschaft,“ entstand für die Architekten die Herausforderung, für diese neue Aufgabe ein Bauprogramm zu entwickeln. Mit St. Virgil hat Holzbauer einen Prototyp entwickelt und als „work in progress“ über einen Zeitraum von fast dreißig Jahren den sich verändernden Anforderungen angepasst. Dieser dynamische Aspekt einer sich wandelnden Architektur stellt eine weitere Besonderheit dar. Wie geht ein Architekt mit seinem Frühwerk um?