Wilhelm Scheruebl

Wilhelm Scheruebl

Der Bildhauer als Zeichner

Wilhelm Scheruebl  ist ein Künstler, der es versteht, Räume zu erschließen, die dichte Erfahrungen in sich tragen. Dabei wendet er nicht nur einen bildhauerischen Zugang an, sondern ebenso Installation, Malerei und Zeichnung. 
Das prädestiniert ihn auch für die Gestaltung von kulturell geformten sowie sakralen Räumen. 
In seinem Atelier in Radstadt wird die Vielfalt seiner künstlerischen Arbeit sichtbar. In Metall gegossene Objekte, Ölbilder, Glasarbeiten, Zeichnungen in Tusche, Zeichnungen mit dem Bleistift, Objekte aus Holz, vergoldete Flächen, getrocknete Sonnenblumen, Fotos, Arbeiten aus Stein u. a. wachsen zu einer kompakten Wahrnehmung. Diese Wahrnehmung wird auch dadurch so konzentriert, weil Wilhelm Scherübl den Impuls für so manche Abbildung aus der Natur hat und weil er es versteht, nach der Ordnung dahinter zu fragen und weil er diese Ordnung abseits von naturwissenschaftlichen Zugängen abbildet. Seine Formen und Bilder sind Entwicklungen, die uns durch die Nähe zur Natur im Stein, in der Pflanze, im Eis, im Menschen auch so nahe gehen. 
Das Werden und Vergehen, das Wilhelm Scheruebl abbildet, nimmt uns hinein in ein Werden und Vergehen von uns selbst. Unaufgeregt und vom Schönen berührt können wir im Anblick seiner Bilder unserm eigenen Werden und Vergehen, aber auch der eigenen Schönheit, gedanklich nachhängen. 
In der Ausstellung im Kunstraum von St. Virgil sind Zeichnungen zu sehen, die von diesem Zugang und dieser Gedankenwelt erzählen. Wir sind, weil wir geworden sind. Wir werden vergehen, wenn wir gewesen sind. Dazwischen liegt der Rhythmus des eigenen Lebens, die Wahrnehmung vieler Eindrücke, das Ordnen derselben und die Entdeckung des Schönen, sei es im Detail oder in der großen Linie der Wahrnehmung. Scherübls Zeichnungen sind intime Momente, die das Innerste anklingen lassen, aber nie bloßstellen. Sie geben Halt, ohne einzuengen. Sie faszinieren im Material, ohne uns an der Oberfläche abblitzen zu lassen. 
Seine Arbeiten fügen wiederum eine Facette in die Reihe der BildhauerInnen als ZeichnerInnen dazu und erweitern den Kreis der Vorgängerausstellungen von Josef Zenzmaier, Sepp Auer, Ruedi Arnold, Bernhard Gwiggner, Lois Anvidalfarei, Ulrike Lienbacher, Michael Kienzer, Franz Josef Altenburg, Gerold Tusch, Julie Hayward, Werner Feiersinger, Iris Andraschek, Irene und Christine Hohenbüchler.  
Hubert Nitsch 



Biografie: 
geboren 1961 in Radstadt, Studium an der Akademie der bildenden Künste Wien bei Bruno Gironcoli 


Internationale Ausstellungstätigkeit, Kunst-/Bau- Projekte und sakrale Gestaltungen(z.B. Glasfenster in der Pfarrkirche St. Johann i.P., Altarraumgestaltung, Pfarrkirche Bischofshofen u.v.a.) 

www.scheruebl.at


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