Ulrike Lienbacher

Ulrike Lienbacher, o.T., 2007, 23,5x30 cm, Tusche

Lebt und arbeitet in Wien und Salzburg
1981-1987 Studium an der Hochschule Mozarteum, Klasse für Bildhauerei, Salzburg   1963 Geboren in Oberndorf, Österreich


Die Bildhauerin als Zeichnerin ist auch 2008 wieder Thema der Frühjahrsausstellung im Kunstraum St. Virgil.


Mit Ulrike Lienbacher dürfen wir den Besucherinnen und Besuchern zum ersten Mal in dieser Reihe eine Künstlerin vorstellen. Im Vergleich zu ihren ausgestellten Vorgängern Josef Zenzmaier, Sepp Auer, Ruedi Arnold, Bernhard Gwiggner und Lois Anvidalfarei wird ein wiederum neuer Zugang zur Zeichnung offenbar. Das Medium der Zeichnung ist bei der Bildhauerin Ulrike Lienbacher ein eigenständiger Werkkomplex, welcher ihren bildhauerischen Arbeiten gegenübersteht. Die Zeichnung ist für sie weder Skizze noch Vorbereitung, auch kein Naturstudium im klassischen Sinn.

Silvia Eiblmayr schreibt in einem Text zur Künstlerin: "Mit exaktem, auf die Umrisslinien beschränkten Strich setzt sie ihre stereotypen Figuren auf das weiße Blatt. Das Konstruktionsprinzip, das die Objekte bestimmt, tritt hier ebenfalls klar hervor. "Die Zeichnung", merkt Lienbacher an, "ist für mich ein zentrales Medium in meiner Arbeit, mein Rückgrat. Sie ist erstrangig, sie ist weder Skizze noch Vorstudie. Mein Zeichnen ist Ausdruck eines konzeptionellen Vorgangs, ein Konstruktionsvorgang.Keinesfalls zeichne ich zum spontanen Festhalten von Eindrücken. Die ´kargen´ Mittel der Zeichnung verlangen Reduktion und Präzision. Die Linie zwingt zu Abstraktion, zu Klarheit."" Mit diesem Zitat ist die Herangehensweise und das Verhältnis von Ulrike Lienbacher zum Medium Zeichnung beschrieben.

Thematisch widmet sich die Künstlerin dem (weiblichen) Körper. Der Körper ist hier nicht eine abzuzeichnende Vorlage, sondern vielmehr Träger einer individuellen und soziokulturellen Geschichte. Mit Präzision und analytischem Blick werden Wertigkeiten festgehalten, die aufs Erste befremdlich wirken und die über den Körper hinaus Assoziationen lostreten, die uns abseits vom Individuum in gesellschaftlichen Fragestellungen wiederfinden lassen. Unser Verhältnis zu Disziplin, Lust, Kult, Leistung, Erotik, Reinheit und Schmutz wird in unseren Köpfen Thema, wobei die klare Stringenz der Darstellung der Körper schon auf den ersten Blick die Oberfläche verläßt und  diese weiten Felder in ihrer Tiefe auslotet. Der Körper macht damit einen Wandel vom Objekt (auch im Weiterschreiben der europäischen Kunstgeschichte) zum Träger eines (längst fälligen Meta-)Diskurses. Hubert Nitsch

EINZELAUSSTELLUNGEN (AUSWAHL)

2007 Galerie Krinzinger, Wien
Ich und Du Wir und Es, Billboards, Kunsthaus Bregenz
Das dritte Bild, Galerie Lisi Hämmerle, Bregenz

2006 Galerie im Taxispalais, Innsbruck
Cut, K. Lang Gallery, Webster University, Wien

2004 Gas Art Gallery ( gemeinsam mit Eva Schlegel), Turin

2002 Aufräumen, MAK - Galerie, Museum für Angewandte Kunst, Wien
Pin Up Übungen, Der Transparente Raum (von VALIE EXPORT),Wien
Galerie Krinzinger, Wien
Gelehrige Körper, Kunstverein, Rosenheim

2001 Landesgalerie Oberösterreich, Linz
Camera Austria, Graz

2000 Galerie Krinzinger, Wien

1999 Nippes, Rupertinum, Museum der Moderne, Salzburg

1998 Angebote, in der Reihe 40 Tage 20 Ausstellungen, Salzburger Kunstverein

1995 Grazer Werkgruppe, Neue Galerie, Studio, Graz 

1994 Ringgalerie, Salzburger Kunstverein


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