Lois Anvidalfarei

Lois Anvidalfarei, „Akt/Nudo/Nude/Desnü“, 2003

Geboren in Südtirol, Besuch der staatlichen Kunstschule St. Ulrich im Grödnertal, anschließend studierte er an der Akademie der Bildenden Künste in Wien bei Prof. Joannis Avramidis. Nach dem Studium kehrte er in seine Heimat zurück, wo er den von den Eltern ererbten Bergbauernhof in Abtei, inmitten der Dolomiten gelegen, bewirtschaftet und als freischaffender Bildhauer lebt.

Lois Anvidalfarei ist ein Künstler, der mit der Figur und seiner Darstellung eine der wesentlichsten Positionen unter den gegenwärtigen Bildhauern einnimmt. Thema der Ausstellung in St. Virgil ist jedoch nicht primär die bildhauerische Arbeit, sondern vielmehr das zeichnerische Werk. Seit 2003 ist jährlich die Frühjahrsausstellung dem Bildhauer als Zeichner gewidmet.

Die Skulptur und verschiedene Altarraumgestaltungen zeigen bei Anvidalfarei die Auseinandersetzung mit dem Körper, der in den Facetten seiner Darstellbarkeit Wesentliches erfasst und gleichzeitig mit Klarheit Stellung bezieht, um eine Aussage über den Menschen zu treffen.

Ähnliches begegnet uns in der Zeichnung, die jedoch nicht vom fertigen Ergebnis, sondern mehr vom Weg dorthin erzählt. Der klare und der suchende Strich gehen Hand in Hand ebenso wie die große Form und das kleine Detail. Die Klarheit korrespondiert mit dem Verzicht auf alles Unnotwendige.

Die Zeichnung wird so zum selbstständigen Blatt, das eine Geschichte und einen Weg beschreitet, der sich an einem Modell abarbeitet und gleichzeitig eine spezifische und allgemeine Aussage trifft. Das SEIN nimmt am Papier in seinem Volumen Gestalt an. Der Mensch wird gegenständlich sichtbar, und so wie Anvidalfareis Figuren stark und bewusst unterwegs sind, so sind die Zeichnungen Dokumente einer ringenden Wahrnehmung, die das Wesentliche in aller Offenheit auf den Punkt bringt.

Im Kunstraum St. Virgil sind Zeichnungen aus verschiedenen Themenkreisen rund um den Menschen zu sehen.

Hubert Nitsch, Kurator


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