Kindliche Entwicklung zwischen Ur- Angst und Ur-Vertrauen

Interdisziplinäre Konferenz

Internationale und interdisziplinäre Konferenz mit Workshops

Einleitung:
Angst ist ein angeborener Affekt. Viele Menschen aller Altersstufen leiden unter Ängsten. Diese sind manchmal sehr intensiv und können im Extremfall zu Panikattacken führen. Besonders bei Säuglingen und Kleinkindern sind Ängste sehr häufig. Gibt es so etwas wie eine „Ur-Angst“, mit der wir geboren werden, oder sind auch Ängste in der frühen Entwicklungszeit bereits die Folge von emotionalen Verletzungen? Können wir solche Ur-Ängste durch die Entwicklung von Ur-Vertrauen überwinden und welche Rolle spielt dabei eine stabile Beziehung zu feinfühligen Bindungspersonen und die Entwicklung einer sicheren Bindung? Sind die gesellschaftlichen Bedingungen und Entwicklungen so, dass Ur-Ängste vermieden und Ur-Vertrauen gefördert werden? Welche Rolle spielen hierbei auch transzendente spirituelle Erfahrungen für die Entstehung oder Überwindung von Ur-Ängsten und für die Entwicklung eines „Ur-Vertrauens“ in Religionen?
Welche Auswirkungen haben solche Erfahrungen auf die Entwicklung des Säuglings und seiner Beziehungen in der Familie sowie für seinen weiteren Lebenslauf? Wie können sie bewältigt werden? Viele helfenden Ansätze berufen sich auf die Bedeutung von Bindung, Vertrauen und Sicherheit in der heilenden Beziehung. Wie können diese in verschiedenen Methoden umgesetzt werden? Gibt es Möglichkeiten der Begleitung, Beratung, Therapie und Prävention, die hilfreich sein könnten.

Zielgruppe:
Alle Fachleute, die mit den Lebensereignissen in Schwangerschaft, Geburt, Eltern werden und den ersten Lebensjahren sowie mit ihren Auswirkungen auf den gesamten Lebenslauf befasst sind.

Programm:
Donnerstag, 7.5.2020
13.00-13.30 Eintreffen der TN
13.30-13.45 Begrüßung
13.45-14.30 Der Mensch lebt nicht vom Brot allein: Über die Wichtigkeit von Beziehungen zur Lebensenergie I Wolfgang Sperl, Salzburg (Vortrag)
14.30-15.15 Menschliche Ur-Ängste und Bindung – die Wiege des Urvertrauens I Karl Heinz Brisch, Salzburg (Vortrag)
15.15-15.45 Pause
15.45-16.30 Ethische Perspektiven (Arbeitstitel) I Ruth Baumann-Hölzl, Zürich
16.30-18.30 Workshops Runde 1
18.30-19.30 Pause, Abendessen St. Virgil
19.30 Get Together

Freitag, 8.5.2020
09.00-09.45 Geburt – Vertrauen, Zutrauen, Misstrauen. Psychosoziale Einflussvariablen im Zusammenspiel I Martina König-Bachmann, Innsbruck
09.45-10.30 Auswirkungen von Traumata auf das Urvertrauen bei Mutter und Kind I Manuela Werth, Innsbruck
10.30-11.00 Pause
11.00-12.00 „Schlaf, Kindlein, schlaf!“ Frühe Entwicklung und Sicherheit – Verständnis und Therapie aus selbstpsychologisch/intersubjektiver Sicht. I Andrea Harms, Wien
12.00-13.00 Plenum
13.00-14.30 Mittagspause
14.30-15.15 Postersession
15.15-17.15 Workshops Runde 2

18.00-21.00 Masterfeier mit Festvortrag: Early Life Care – Zwischen Epigenetik und Politik I Karl Heinz Brisch, Salzburg

Samstag, 9.5.2020
09.00-09.45 Störungen der frühen Eltern-Kind-Beziehung - körperbasierte/ neurovegetative Grundlagen des EEH- Konzeptes I Thomas Harms, Bremen
09.45-10.30 Angst und Vertrauen und die Religion(en) I Franz Gmainer-Pranzl, Salzburg
10.30-11.00 Pause
11.00-12.00 Vernetzung in Regionalgruppen
12.15-13.00 Zusammenfassung und Ausblick: Karl Heinz Brisch im Gespräch mit dem Plenum

Workshops
1 Beate Priewasser: Ur-Mut! Eine Brücke von der Angst ins Vertrauen.
2 Carmen Walter: Wenn Leben in Trennung & Urangst beginnt – Wie wirken frühkindlicher Stress & Hospitalisation auf die langfristige Bindung bzw. psychische Entwicklung von Frühgeborenen (<1500g) bis zu ihrer Volljährigkeit?
3 Marina Müller: Geborgen und gehalten in der (therapeutischen) Beziehung
4 Andrea Harms: „Schlaf, Kindlein, schlaf!“
Frühe Entwicklung und Sicherheit – Verständnis und Therapie aus selbstpsychologisch/intersubjektiver Sicht.
5 Antonia Dinzinger und Leonie Aap
SAFE®-Urvertrauen – Entwicklung und Evaluation eines neuen Programms zur Förderung kindlichen Urvertrauens
6 Vera Witsch: Haut auf Haut – intelligente Gesundheitsprävention auf der Wochenstation
7 Manuela Werth und Martina König-Bachmann
Geburt – Schwangerschaft – Erstes Lebensjahr: Vertrauen und Zutrauen fördern Misstrauen reduzieren
8 N.N. Musiktherapie und Neonatologie

Referierende u.a.
Leonie Aap
Ruth Baumann-Hölzl, Zürich
Karl Heinz Brisch, Salzburg
Antonia Dinzinger
Franz Gmainer-Pranzl, Salzburg
Martina König-Bachmann, Innsbruck
Andrea Harms, Wien
Thomas Harms, Bremen
Marina Müller
Beate Priewasser, Salzburg
Wolfgang Sperl, Salzburg
Carmen Walter
Manuela Werth, Innsbruck
Vera Witsch

Änderungen vorbehalten!
Veranstaltungsnr. Beginn Ende ReferentInnen Format Beitrag Max. Pers.
20-0102 07.05.2020
15:00
09.05.2020
13:00
Tagung 295,00 € 400