Notburga Egerbacher-Anker

Intuitive Elternschaft - alles falsch?

Fachtagung

Die zweite Frühe Hilfen Tagung in Salzburg nimmt sich des Themas „Intuitive Elternschaft – Alles falsch?“ an. Eltern bringen intuitive Verhaltensweisen im Umgang mit ihrem Baby mit. Jedoch hinterfragen Eltern ihr selbstverständliches Handeln immer öfter, weil sie Ratschläge erhalten, die sie verunsichern. Dabei ist intuitives Handeln im Umgang mit Babys enorm wichtig. Um aber im Alltag, besonders in Stresssituationen auch situationsgerecht nach „Bauchgefühl“ handeln zu können, bedarf es einer Stärkung der Intuition von Außen und von Innen: durch Information, Unterstützung, Begleitung und Reflexion.

Die Familie wächst, ein Baby kommt! Erwartungsvolle Freude begleitet meist diese Nachricht. Doch wenn ein Kind geboren ist, ist der Alltag nicht immer einfach zu meistern. Gerade die ersten Monate sind wichtig und da brauchen Familien ein Umfeld, das sie unterstützt: Familien, Freunde, Nachbarn, aber auch Fachleute und Institutionen.

Frühe Hilfen stellen – zumeist schon in der Schwangerschaft – ein Hilfsangebot bereit, um ein chancengleiches Aufwachsen der Kinder zu gewährleisten.

Zielgruppen:
Netzwerkpartner/innen der Frühen Hilfen im Bundesland Salzburg, Pädagog/innen, Therapeut/innen, Sozialarbeiter/innen, Mediziner/innen, Arztassistent/innen, Psycholog/innen, Politiker/innen, Interessierte

Referierende:
Karl Heinz Brisch
Univ.Prof. Dr. med., Bindungsforscher, Kinder und Jugendpsychiater, Psychoanalytiker, Vorstand Institut für Early Life Care an der PMU, Ulm

Stephan Caniels
Diplom-Sozialarbeiter, Case Manager
Koordination Frühe Hilfen, Fachdienst Jugend der Stadt Moers

Notburga Egerbacher-Anker
Psychotherapeutin – Systemische Familientherapie, Säuglings-, Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeutin, Bindungsorientierte Körperpsychotherapeutin, Standortleiterin, Referentin und Supervisorin für Emotionelle Erste Hilfe und Bindungsorientierte Körperpsychotherapie
in Freier Praxis in Kufstein mit dem Schwerpunkt Eltern und Babys in Krisen, Kufstein

Karin Hochwimmer
Netzwerkmanagerin der Frühen Hilfen Salzburg (birdi), Geschäftsführerin des Vereins PEPP, Bruck a. d. Glocknerstraße

Holger Förster
Dr. med, Arzt für Kinder- und Jugendheilkunde, Arzt für Allgemeinmedizin, Notarzt, Fachgruppenobmann der Kinderärzte im Land Salzburg, Leiter der kinderspezifischen Vorsorgeprogramme von AVOS, Salzburg

Annette Rosanowski
Diplom-Sozialarbeiterin, Kinderschutzfachkraft, Fachstelle Prävention, Fachdienst Jugend der Stadt Moers

Beitrag: 58,- inkl. Mittagessen und Kaffeepausen

Anmeldung bitte bis 04. November 2019

Di, 19. November 2019, 09.30 bis 17.00 Uhr

Fachgruppe Kinderheilkunde: 6 Fortbildungspunkte
Hebammen: 15 Fortbildungspunkte
Pädagog/innen: 8 UE
Pflegepersonal: 6 Stunden
Psychotherapeut/innen: 6 Fortbildungspunkte

Detailprogramm:

09.30 Uhr: Eröffnung und Begrüßung
09.45 Uhr: Karin Hochwimmer:
Kosten versus Nutzen der Frühen Hilfen am Beispiel des Projekts birdi im Bundesland Salzburg
Das Land Salzburg startete gemeinsam mit der Salzburger Gebietskrankenkassa im Jahr 2016 das Projekt birdi – Frühen Hilfen Salzburg. Zielgruppe sind Familien von der Schwangerschaft bis zum 3. Geburtstag des jüngsten Kindes, die im Bundesland Salzburg leben und sich in belastenden Situationen befinden. Auf Basis der Daten aus der Familienbegleitung von drei Projektjahren wird anhand der Gegenüberstellung von Projektkosten und der Auswertung anonymisierter Falldokumentationen ein Kosten-Nutzen-Vergleich erstellt und analysiert wie Frühe Hilfen wirken. Präventiver Kinderschutz – eine Kosten- und Nutzenrechnung

10.15 Uhr: Notburga Egerbacher-Anker:
Intuitive Elternschaft – eine Selbstverständlichkeit?
Häufig gibt es im Umfeld junger Eltern wenig Möglichkeiten, Babys oder Kinder mit ihren Bezugspersonen hautnah zu beobachten, sowie direkte Erfahrungen mit Babys und Kindern zu machen. Somit ist dann das eigene Kind das erste, das sie baden, wickeln, stillen oder füttern.
Gerade im Kontext der Frühen Hilfen zeigt es sich häufig, dass es für junge Eltern eine große Herausforderung darstellt, ihren Kindern Nähe und Fürsorge anzubieten, wenn sie diese selbst nicht erlebt haben. Andererseits gibt es auch Eltern, die ihrer eigenen Intuition aus unterschiedlichsten Gründen nicht mehr trauen.
Wie kann es Eltern erleichtert werden, ihre Spürfähigkeit zu entwickeln oder wieder zu entdecken, um intuitiver auf die Bedürfnisse ihres Kindes einzugehen?

11.00 Uhr: Kaffeepause

11.30 Uhr: Holger Förster:
Intuitives, überliefertes und world wide (Un-)wissen der heutigen Eltern
Alles wird anders mit einem Kind. Die Sicherheit im eigenen Leben und dem zu zweit weicht der Sorge und gelegentlich Angst um ein neues anvertrautes Leben. Erinnerungen an die eigene Kindheit, an kleinere Geschwister werden wach, Instinkte geweckt. Viele gut gemeinte Ratschläge von Freunden und Verwandten mischen sich mit dem unendlichen ‘Wissen’ von google und co.
Viel Information macht aber nicht unbedingt ruhiger. Einige Beispiele aus der medizinischen Praxis zeigen kurz auf, was so beschäftigt, Stress macht und letztlich Routine ist.

12.15 Uhr: Mittagessen

13.45 Uhr: Stephan Caniels und Annette Rosanowski
Frühe Hilfen in der Familienstadt Moers, Deutschland: „Netzwerk Kinderzukunft“: Fallmanagementunterstützungs- und Qualitätsmanagementsystem an Geburtskliniken. Eine Methode zur abgestimmten und systematischen Dokumentation sektorübergreifender Hilfen zur nachhaltigen Unterstützung von Eltern.
Elternkurse „Eltern Stärken“: Ein Angebot für Eltern von Kindern im 1. Lebensjahr. Eltern sind die besten Experten in eigener Sache. Beim Elternbildungsangebot „Eltern Stärken“ wird der Zugang zu eigenen Stärken, Gefühlen, Lebensthemen und Wünschen und dem verantwortungsvollen Umgang damit vermittelt. Anleitung zum gemeinsamen Denkprozess in dessen Verlauf die Eltern ihre für sich passende Antwort finden.

15.00 Uhr: Kaffeepause

15.30 Uhr: Podiumsgespräch
16.15 Uhr: Karl Heinz Brisch:
Zwischen intuitiver Elternschaft und Traumatherapie: Grundlagen, Frühe Hilfen und Prävention
Intuitive elterliche Verhaltensbereitschaften können sehr hilfreich sein, damit sich Eltern – ohne Nachdenken – „intuitiv richtig“ mit ihrem Baby verhalten. Allerdings werden diese Verhaltensweisen sehr leicht durch großen Stress und noch mehr durch traumatische Erfahrungen „blockiert“. Wie können Frühe Hilfen, Beratung und Traumatherapie in dieser Situation differenziert eingesetzt werden und welche Möglichkeiten zur Prävention bestehen?

17.00 Uhr: Abschluss des Tages

Veranstalter:
birdi – Frühe Hilfen Salzburg
Verein PEPP
Elternberatung – Frühe Hilfen Salzburg
St. Virgil Salzburg

Kooperation mit
Land Salzburg, SGKK, Vorsorgemittel der Bundesgesundheitsagentur

Veranstaltungsnr. Beginn Ende ReferentInnen Format Beitrag Max. Pers.
19-0673 19.11.2019
09:30
19.11.2019
17:00
Notburga Egerbacher-Anker Tagung 150