Pressekonferenz: Männergesundheit in Österreich mit BM Dr. Erwin Buchinger
Intensivpatient Männergesundheit
Wie die Gesundheit der österreichischen Männer nachhaltig verbessert werden kann, war Thema des heutigen Pressegespräches zum Auftakt der 6. österreichischen Männertagung: „Balance“ - Gesundheit für Männer. Über die aktuellen Entwicklungen im Bereich der Männergesundheit informierte Sozial- und Männerminister Dr. Erwin Buchinger, gemeinsam mit Mag. Eberhard Siegl (Männerbüro Salzburg und Mitveranstalter der Männertagung), sowie den Salzburger Gesundheitssprechern LAbg. Mag. Gerlinde Rogatsch (ÖVP) und LAbg. Mag. Michael Kretz (SPÖ).
Salzburg, 24.4.2008. Der österreichische Mann lebt ungesund. Stress, schlechte Ernährung, zu wenig Bewegung und ein erhöhtes Risikoverhalten sind Faktoren, die zu Folgeerkrankungen führen und seine Lebensdauer um durchschnittlich 5,7 Jahre, im Vergleich zu den Frauen, verringern. Männer sind häufiger Opfer von Herz-Kreislauf Erkrankungen, Leberzirrhose sowie Lungenkrebs und sie verüben deutlich öfter Suizid als Frauen. Eine rechtzeitige Beratung über gesundheitsschädigende Einflussfaktoren könne die Gesundheit der Männer wesentlich verbessern, ist Mag. Eberhard Siegl vom Männerbüro Salzburg überzeugt.
„Es ist höchste Zeit, dass wir Gesundheit für Männer und Buben zu einem Kernbereich unserer Arbeit machen“, fordert Siegl. Als wichtigen Schritt sieht er die heute beginnende 6. Männertagung mit dem Titel: „Balance“ - Gesundheit für Männer. Veranstaltet wird die Tagung vom Männerbüro Salzburg gemeinsam mit der Katholischen Männerbewegung (KMB) und dem Bildungshaus St.Virgil.
Männerminister Dr. Erwin Buchinger unterstützt die 6. österreichische Männertagung. In Punkto Gesundheitsbewusstsein nimmt Buchinger bei seinen Geschlechtsgenossen ein Wahrnehmungsdefizit wahr, das es zu verringern gelte: „Männer haben durchwegs schlechtere medizinische Werte als Frauen, glauben aber dennoch, dass sie gesünder sind“, so der Männerminister. Das Thema der „Balance“ sei für die Männergesundheit sehr wichtig. Durch einen ausgewogenen Lebensstil können Männer ihre Gesundheit länger erhalten. Zur „Balance“ im Leben gehört für ihn auch die Vereinbarkeit von Betreuungspflichten und Beruf für Männer. Als ein Negativbeispiel des „aus der Balance-Geratenseins“ spricht Buchinger das Problem der Buben- und Männergewalt an. In diesem Bereich sei eine wirksame Präventivarbeit notwendig.
Präventivarbeit gehört zu den wesentlichen Aufgaben der österreichischen Männerberatungsstellen, umso nahe liegender ist es für Männerbüro Leiter Eberhard Siegl, das vorhandene Potential im Bereich Beratung und Bildung zu bündeln und verstärkt auf die Förderung der Männergesundheit anzuwenden.
Bewusstseinsbildung als gemeinsames Ziel
Auf eine verstärkte Bewusstseinsbildung hinsichtlich Gesundheit und Vorsorge bei den Männern setzt auch SPÖ-Gesundheitssprecher Michael Kretz. Ein ungesunder Lebensstil sei oftmals verantwortlich für spätere Erkrankungen: „Leider gelten viele Arbeitsstunden und ein dicht geplantes Freizeitprogramm als ‚männlich’, verdeutlicht Kretz, der auf ein Umdenken bei den Männern hofft. Dadurch erwartet er sich nicht nur gesündere Männer, sondern auch eine Entlastung der Frauen: „Weil Frauen ein ausgeprägtes Gesundheitsbewusstsein haben, übernehmen sie in vielen Beziehungen Aufgaben, wie Arzttermine für den Mann zu vereinbaren oder gesund zu kochen. Hier müssen die Männer sich noch weiterentwickeln“, meint Kretz.
ÖVP-Gesundheitssprecherin Gerlinde Rogatsch präsentierte ein 7-Punkte Programm, zur Förderung der Männergesundheit in Österreich und speziell in Salzburg. Sie fordert Männergesundheitstage in allen Bezirken und einen jährlichen Bericht, der die Gesundheitsprojekte überprüft. Derzeit datiert der „aktuelle“ Männergesundheitsbericht, vom österreichischen Bundesinstitut für Gesundheitswesen, vom Jahr 2004. Die bevorstehende Fußball-EM nimmt Rogatsch zum Anlass, die positive Wirkung des Sports für die Männergesundheitsarbeit zu nutzen. Der ÖFB, als größter Sportverein Österreichs mit 400.000 Mitgliedern, könne hier einen sinnvollen Beitrag leisten. Dies sei eine gute Möglichkeit um mit Testimonials zu arbeiten, die für die Männer wirkliche Vorbildwirkung haben.
Rechtzeitige Beratung und Aufklärung fördert die Gesundheit
Eine rechtzeitige Vorsorgeuntersuchung könne die Lebensqualität der Männer wesentlich erhöhen und schwere Krankheiten, wie Prostatakrebs verringern, sind sich beide Gesundheitspolitiker sicher.
Männerbüro Leiter Eberhard Siegl formuliert ein weiteres konkretes Ziel für die Männergesundheitsarbeit. „Die Lebensdauer der Männer soll sich bis 2018 um fünf Jahre erhöhen.“ Das sieben Punkte umfassende Gesundheitsprogramm von Gerlinde Rogatsch sieht Siegl als hilfreiche Grundlage.
Weiter Informationen zur der 6. österreichischen Männertagung: „Balance“ - Gesundheit für Männer finden Sie unter www.maennertagung.at
Bildunterschriften:
Setzen sich für die Förderung der Männergesundheit ein (v.l.n.r.)
Mag. Eberhard Siegl, Leiter des Männerbüro Salzburg
LAbg. Mag. Gerlinde Rogatsch,
Bundesminister Dr. Erwin Buchinger
LAbg. Michael Kretz
Für Rückfragen:
Eberhard Siegl, Leitung Männerbüro Salzburg (0676 / 8746 7552) Peter Ebner, Männerreferent der Katholischen Männerbewegung (0676 / 8746 7556)



