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Ästhetik und Spiritualität

Anregungen zur bewussteren Wahrnehmung spiritueller Räume

Veranstaltungsnr.:10-0512
Beginn:11.03.10, 16:30
Ende:13.03.10, 12:00
ReferentInnen:Mag. Karl Hartwig Kaltner
Typ:Seminarreihe
Beitrag:120,00
Max. TeilnehmerInnen:24
Die Seminarreihe richtet sich an alle, die ihr Raumerleben im kirchlichen Bereich sensibilisieren möchten. Dies umfasst sowohl das Erkennen und Empfinden der spirituellen Dimension eines Raumes als auch den bewussten Umgang mit Gestaltungselementen.
Worin besteht z. B. das Geheimnis eines leeren Raumes, wie erkenne ich die vorhandene Spiritualität, wie lassen sich geistige Strömungen im Raum spür- und sichtbar machen?
Wie gestalte ich einen Kirchenraum, sodass sich Spiritualität optimal entfalten kann? Welche Gestaltungselemente machen Sinn? Welche sind nur dekorative Ablenkung? Wie gelingt die Bewusstmachung der spirituellen Dimension? Was ist z. B. bei der Gestaltung eines Meditations- oder eines Andachtsraumes von Bedeutung? Welche Rolle spielt das Licht bei der Raumwahrnehmung? Wie kann ich die Wichtigkeit eines Gespräches in einem Besprechungszimmer unterstreichen?

Oft wird unüberlegt auf traditionelle Elemente zurückgegriffen, ohne die vielschichtige Bedeutung der Symbole überhaupt zu ken en. Die Moderne, die einzige Zeit, die wir wirklich bewusst gestalten und prägen können, findet oftmals kaum Berücksichtigung. Unsicherheit und Misstrauen in die eigene Wahrnehmungsfähigkeit führen gelegentlich zur Verwendung folkloristischer Elemente, welche der Spiritualität eines Raumes mehr schaden als nützen. Die bewusste Hervorhebung der spirituellen Dimension eines Raumes scheitert oft am Diktat der Gemütlichkeit.

Intention dieser Seminarreihe ist, aus jeder Pfarre Interessierte zu erreichen, die sich intensiv mit Aufgabe und Inhalt sakraler Kunst und deren Vermittlung auseinandersetzen. Die Funktion der Kunst sowohl in der Kirche, aber auch innerhalb der Gesellschaft soll hierbei verdeutlicht werden (siehe II. Vatikanisches Konzil). Vor allem der inhaltliche Aspekt der Kunst steht im Vordergrund - weg vom behübschenden hin zum wahrhaftigen, authentischen Charakter des Kunstwerkes.

Pro Jahr werden 3 Module zu jeweils 3 Tagen angeboten.

Modul 1
beschäftigt sich mit Funktion und Rolle des Kirchenraumes.
Ausgehend von der Grundstruktur romanischer Sakralbauten werden Vergleiche mit zeitgenössischer Kirchenarchitektur hergestellt.
Antike Vorbilder werden hierbei besprochen wie auch Reformbewegungen in den Klöstern und deren Einfluss auf den Kirchenbau. Architektur- und Bildkonzepte der verschiedenen Orden werden ebenso erwähnt wie die Umsetzung ihrer Spiritualität im Raum. Dem wird die Raumerfahrung der Moderne gegenübergestellt und erläutert.
Die Friedhofskapelle in San Vito - gestaltet von Carlo Scarpa - findet hier ebenso Berücksichtigung wie die "Kirche des Lichts" von Tadao Ando, die Kirche von Fritz Wotruba in Wien oder der Neubau der Klosterkirche der Karmelitinnen in Innsbruck durch die Architektin Margarethe Heubacher-Sentobe. Es wird auch aufgezeigt, wie weit zeitgenössische bildende Künstler wie etwa Günter Brus oder Arnulf Rainer diese Tradition aufnehmen und in ihr arbeiten oder wie der französische Künstler Christian Boltanski, der im Oktober 2009 eine Rauminstallation in der konradinischen Krypta des Salzburger Domes gestaltet hat.

Power-Point-Präsentationen und Vorträge über die historische Entwicklung stellen die Einleitung dar. Anschauungsbeispiele im Raum Salzburg werden vor Ort besichtigt. Die neue Krypta im Dom steht hier ebenso auf dem Programm wie etwa die Pfarrkirche Sankt Vitalis (Architekt Wilhelm Holzbauer), die Pfarrkirche von St. Paul (Architekt Erio Hofmann) oder die evangelische Kirche in Gneis (Architekt Günter Marschall).
Im Vordergrund stehen das Wechselspiel zwischen Ästhetik und Spiritualität in der Kirchenraumgestaltung und die Frage, wie weit ästhetische Gestaltungselemente die Mystik eines Raumes unterstreichen können.

Modul 2
befasst sich mit der Rolle der bildlichen Darstellung im Kirchenraum. Welche Bildinhalte wurden in den verschiedenen Epochen der Kunstgeschichte umgesetzt? Was wird über das Bild mitgeteilt? Wie weit ist es uns noch möglich, diese Informationen zu lesen und zu verstehen?

Modul 3
ist speziell der zeitgenössischen Kunst gewidmet.
Vertreter der klassischen Moderne finden hier ebenso Berücksichtigung wie die Vertreter des Aktionismus. KünstlerInnen wie Inge Dick, Max Weiler, Giacomo Manzú, Josef Zenzmaier oder Fritz Wotruba werden diskutiert wie Günter Brus, Arnulf Rainer, Wolfgang Hollegha und Hermann Nitsch.
Hauptaugenmerk liegt auf der Vermittlung der Kunst. Gescheiterte Experimente werden dabei ebenso besprochen wie geglückte Umsetzungen.

Modul 1
Funktion und Rolle des Kirchenraumes
11. bis 13. März 2010
Veranstaltungsnr. 10-0512

Modul 2
Bildende Kunst im Kirchenraum
17. bis 19. Juni 2010
Veranstaltungsnr. 10-0852

Modul 3
Zeitgenössische Kunst im Kirchenraum
28. bis 30. Oktober 2010
Veranstaltungsnr. 10-0853

Die Module können einzeln gebucht werden!

Zielgruppe:
Pfarrer, PastoralassistentInnen, PfarrgemeinderätInnen, PfarrassistentInnen, Pfarrkirchenräte, Verantwortliche des Liturgiearbeitskreises und Interessierte

Referent:
Mag. Karl Hartwig Kaltner, studierte Geschichte und Italienisch an der Universität Salzburg, ebenso Malerei und Kunstgeschichte an der Kunstakademie Mailand; Lehrbeauftragter an der Pädagogischen Hochschule Salzburg und freischaffender Künstler

Beitrag: € 120,- pro Modul
MitarbeiterInnen der Erzdiözese Salzburg können um eine Unterstützung im Personalreferat ansuchen.

Begrenzte TeilnehmerInnenzahl (max. 24): Anmeldung erforderlich!

Donnerstag, 11. März bis
Samstag, 13. März 2010

Seminarzeiten:
Donnerstag, 16.30 bis 21.00 Uhr,
Freitag, 9.00 bis 12.00, 14.00 bis 17.00 und 19.00 bis 21.00 Uhr (Diskussionsrunde)
Samstag, 9.00 bis 12.00 Uhr





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